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„Kölsche Tön“ in Lantershofen - „LA goes jeck“ startete mit fünf Bands in die zweite Runde

Von Thomas Weber |

„Kölsche Tön“ waren am Samstag in Lantershofen zu vernehmen, und zwar jede Menge davon. Zum zweiten Mal fand im Winzerverein das Festival „LA goes jeck“ statt. Übersetzt: Lantershofen, dessen Einwohner den Ort selbstbewusst mit „LA“ abkürzen, holt im Sommer den Karneval ins Dorf. Denn den eingefleischten Narren reicht die Zeit zwischen dem 11.11. und Aschermittwoch schon lange nicht mehr, um neben fröhlich und bestens gelaunt auch kostümiert daherzukommen. Zahlreiche Besucher stellten das unter Beweis, hatten die Narrenkappen aufgezogen, blinkende Paillettenröcke übergestreift oder kamen als bunte Brausetütchen daher. Quergestreift war in an diesem Tag.

Fünf Bands hatten sich auf den Weg nach Lantershofen gemacht, nicht unbedingt immer direkt aus der Frohsinnmetropole Köln. Jeck waren sie alle, weil dem rheinischen Karneval zugetan. Klar, dass auch Bands mit Heimspiel nicht fehlten, „Jeckediz“ zum Beispiel. Die Kreisstadt-Band kamen mit neuem Sänger daher. Chris Heber heißt der neue an der Seite von Andreas Hoß und Momo Ley. Und der war einst Sänger der in Lantershofen gemeldeten „Ahrtalente.“ Da schließt sich der Kreis. Jeckediz machten ihrem Namen als Stimmungskanonen alle Ehre, sie waren eine von zwei Cover-Bands aus der näheren Umgebung, die dem Publikum mit den Gassenhauern großer Kölner Bands einzuheizen wußten.

Auch der Auftaktgig gehörte Cover-Musikern, nämlich „Schmitz Marie“ aus Rheinbach. Die KölschRock-Band, bei der der Gast die Marie auf der Bühne vergeblich sucht, weil es sich um eine reine Herrenriege handelt, können nicht nur Karneval. In Sachen Musik hat die Domstadt nämlich noch einiges mehr zu bieten, natürlich immer im rheinischen Dialekt. In Lantershofen haben sich Schmitz Marie aber darauf konzentriert, als Opener den Saal mit Schunkel- und Abrock-Liedern in Stimmung zu bringen.

Was die gut 200 Gäste am meisten begeisterte, waren die Originale mit ein eigenen kölschen Liedern. Stimmungsbands gibt es in und rund um die Domstadt inzwischen wahrscheinlich schon in dreistelliger Anzahl. Längst ist die Zeit der wenigen Top-Bands aus dem sogenannten Kölner Kleeblatt vorbei, sorgen immer neue Formationen für Partyhits, die es bis in die Charts schaffen. Auch national, wie in der zurückliegenden Session „Druckluft“ mit ihrer Karnevalsmaus bewiesen haben, die es bis auf Nummer eins in den deutschen Charts schaffte.

Auch die Bands auf der Lantershofener Bühne haben allesamt Musik geschrieben, die die Karnevalisten und Kölsch-Fans vor der Bühne kennen und auch mitsingen können. „Stadtrand“ ist so eine junge Band, „Papajei“ einer ihrer bekannten Songs über den Wunsch, berühmt zu werden. Oder „Pappnas“ über den rheinischen Umgang mit den Problemen des Globus: „Kumm, mer trecken der Welt en Pappnas aan“, und alles wird gut oder passt zumindest in den zumeist gewählten rheinischen Themenkomplex. Denn irgendwie dreht es sich in den Liedern doch in erster Linie um Liebe, den Dom, Kölsch als Sprache oder gutes Wetter, besser: öm de Sunnesching.

Das beherrschen auch „Kempes Finest“ seit elf Jahren. Frontfrau Nici Kempermann ist Vorreiterin der von Männern dominierten kölschen Musikantenwelt. Das Energiebündel hat gerade erst mit Peter Brings und „Wem jehürt die Welt“ ein recht politisches Statement gesetzt. In Lantershofen mischte sie sich erst einmal unters Volk, stand für Fotos und Gespräche bereit und machte auf der Bühne klar, dass sie sich hier schon deswegen wohlfühle, weil sie lieber Wein als Bier trinke. Dazu wurde gerockt, „Wenn du net danze kanns“ oder „Wenn et Leech usjeht“ sorgte für Top-Stimmung im ehrwürdigen Winzersaal. Am Ende standen dann wie im Vorjahr als „Headliner“ die Surfpopper von „Planschemalöör“ auf der Bühne. „Kurze blaue Hosen, Songs, die Herzen brechen und ein charmanter Hauch der großen Boybands aus den 90ern.“ Das sagen sie über sich, aber so war es auch. Darum wurde es in LA auch eine der besungenen „Nächte för die Erinnerung.“