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Weingut Althammer präsentiert erste eigene Erzeugnisse

Von Thomas Weber |

Vom Banker zum Winzer: Christian Althammer wollte immer schon Wein produzieren

Das Ahrtal und die Grafschaft begrüßen ein neues Weingut, über das man sich vor allem in Lantershofen freut. In der dortigen Brennerstraße 8 in einem alten Fachwerkhof, dessen Entstehungsdatum nur geschätzt werden kann, haben Janina und Christian Althammer ein Schild am Haus angeschraubt, auf dem zu lesen ist: Weingut Althammer. Der 43-jährige Christian Althammer ist eigentlich Bankkaufmann, seine Leidenschaft galt aber immer dem Weinbau. Schon mit 18 Jahren wurde er Genossenschaftsmitglied, produzierte Trauben und baute einen Nebenerwerb auf, der schließlich auf rund zwei Hektar Fläche angestiegen war. Parallel machte er Arbeit für andere, baute einen Lohnbetrieb auf, übernahm die Außenbewirtschaftung für Kollegen oder stellte ihnen Personal. Der Betrieb wuchs, seinen Job auf der Bank reduzierte Althammer immer mehr. Er kaufte Weinberge für die Eigenproduktion und plante im Jahr 2024 die Hochzeit mit Janina, einer damals selbstständigen Friseurmeisterin.

Im gleichen Jahr gründeten beide das Weingut Althammer, mit den eigenen Trauben wurde ein Jahr später ein erster Blanc de Noir kreiert, aber auch ein trockener Spätburgunder Lagenwein aus dem Dernauer Hardtberg. Der war etwas besonders, nämlich der Hochzeitswein für die im Jahr 2025 anstehende Trauung. „Ein Fass haben wir von diesem Wein gemacht“, berichtet Christian Althammer, was übrig war, wurde als erstes eigenes Produkt in Flaschen abgefüllt und steht derzeit noch zum Verkauf bereit.

Mit den 2025er Trauben folgten nun weitere Erzeugnisse, nämlich vier helle Weine. Ein trockener und ein halbtrockener Blanc de Noir, ein trockener Rivaner und ein trockener Grauburgunder runden das erste Sortiment des jungen Betriebs aktuell ab. „Der Bereich trockener Weine ist vielschichtig und wir haben versucht, für jeden Geschmack etwas zu produzieren“, sagt der Winzer. Am 1. und 2. Mai wird es nun eine erste Frühjahrspräsentation in Lantershofen geben, mit geladenen Gästen und der Möglichkeit, über Anmeldung teilzunehmen. Ansonsten sind die Weine über einen Online-Shop sowie montags, mittwochs und freitags von 16 bis 19 Uhr vor Ort erhältlich. Das ist der aktuelle Status, die Althammers wollen ihr Weingut Stück für Stück entwickeln. Ein gastronomisches Angebot vor Ort muss dabei erst einmal hintenanstehen, immerhin aber sind schon Öffnungstage im Sommer und im Advent geplant. „Aber erst einmal bedarf es einer Vinothek“, macht Janina Althammer deutlich, dass die beiden in Schritten denken und handeln müssen. Das gilt auch für die Weinproduktion, die derzeit samt Lagerung im Weingut Maibachfarm stattfindet, wo Kapazitäten angemietet wurden. „Wir müssen vor größeren Investitionen erst einmal schauen, ob den Menschen unser Wein überhaupt schmeckt“, sagt Christian Althammer. Passende alte Weinkeller gibt es in Lantershofen auf jeden Fall, einen haben die Althammers auch schon ins Auge gefasst. Parallel bleibt auf jeden Fall erst einmal die Lohnarbeit, wo die Althammers in der Spitze mit zwei Dutzend Saisonkräften mehr als drei Dutzend Hektar Weinberge pflegen.

Jetzt geht es darum, Vertriebsstrukturen aufzubauen. Um jeden Preis in jeden Markt wollen die beiden aber auf keinen Fall: „Die Menschen sollen nicht nur Spaß am Wein haben und sehen, dass wir Spaß an der Arbeit haben. Wir wollen auch vermitteln, dass es nicht möglich ist, hier vor Ort Billigwein zu produzieren. Die Weintrinker sollen unser kleines Anbaugebiet wieder mehr schätzen“, so Janina Althammer zur Marschrichtung des Lantershofener Weinguts.